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    <title>Psychologie und Lebenshilfe</title>
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    <title>Rauchen und andere zweifelhafte Genüsse</title>
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    <description>Ich bin Kettenraucher. Gerade in Zeiten von Stress, wenn ich ein schwieriges Gespräch führe oder am frühen Morgen komme ich nicht ohne eine Zigarette aus.&lt;br /&gt;
Ich rauche sicher zwischen 40 und 50 Zigaretten täglich. Auf diese Art und Weise blase ich im laufe eines Jahres das Geld für einen wohlverdienten Kurzurlaub in die Luft. Das Geld, dass ich für Tabak ausgebe, könnte ich, wie gerade erwähnt, wirklich gut gebrauchen. Und obendrein stigmatisiert es mich zur Mörder armer Passivraucher und zum Egoisten, die ihre Gesundheit auf Kosten der Allgemeinheit zerstört. Und ich ruiniere meine Zahnfarbe, meinen Rosenteint und meine Gesundheit. Warum zum Geier mache ich es dann?&lt;br /&gt;
Zur Zigarette greift man, weil man süchtig ist und weil es gut tut. Nikotin, Alkohol und Drogen sind nicht gefährlich, weil sie schlecht sind, sie sind gefährlich, weil sie sich gut anfühlen. Ich genieße es, morgens an meinem Schreibtisch in der noch stillen Wohnung zu sitzen, eine Tasse feinen Tee vor mir, mich entspannt in meinen Sessel zurückzulehnen, und den Rauch billigen Tabaks zu inhalieren. Auch wenn ich merke, dass es mich schwächt. Ich mag den feinen, tanzenden Rauch der aus der Zigarette aufsteigt und Bilder von flüchtiger Schönheit in die Luft malt. Ich mag den Geruch verbrannten Tabaks an meinen Händen. Ich mag das Gefühl der Entspannung und angenehmer Abstumpfung, dass durch meine Seele fließt, wenn ich den ersten Zug nehme. Für eine Seele, die in ständigem Aufruhr lebt wie meine, ist ein solcher Zug eine unglaubliche Entlastung. Ein paar Minuten Ruhe, als würde der Rauch sich wie eine Salbe auf eine verbrannte, rohe Hautstelle legen. Natürlich ist das Selbstbetrug. Ein Teil des Aufruhrs kommt aus meiner körperlichen Schwäche, und die würde sich bessern, wenn ich aufhören würde, zu rauchen. Aber wie alle Menschen ziehe ich das Gefühl der momentanen Erleichterung einem ungewissen Versprechen auf zukünftige Besserung vor. &lt;br /&gt;
Ich denke Anti- Rauch-Kampagnen machen den Fehler, nicht an dem eigentlichen Punkt des Rauchens anzusetzen: dem guten Gefühl beim Rauchen. Auch Anti-Alkohol oder Drogenkampagnen meiden das eigentliche Thema: Rausch bringt Genuss. Er fühlt sich gut an, zumindest so lange, bis die Sucht sich einstellt, und die Substanz ihre goldenen Versprechen des Anfangs nicht mehr einhält. Es würde mir besser gefallen, wenn es ehrlich hieße: also gut, mein Freund, es fühlt sich gut an, aber von der Kosten  Nutzen Bilanz her steht das Haben eindeutig auf der Lass es Seite. Ein Freund hat es mal sehr gut formuliert: ich nehme keine harten Drogen, weil ich Angst habe, dass es zu gut ist.&lt;br /&gt;
Der neueste Versuch, den Tabakkonsum zu stigmatisieren ist besonders perfide. Die Medien berichten, dass besonders arme Menschen rauchen, angeblich weil diese weniger auf ihren Körper achten. Arm ist in dieser neoliberalen, wirtschaftsfaschistischen Gesellschaft zum Schimpfwort geworden, zum Synonym für Versager, für ungebildet und dumm, für Verlierer. Und das will niemand sein. Die Kampagne nutzt diesen skandalösen Umstand für ihre Zwecke. Arme Menschen haben nicht das Geld für einen Wellness Urlaub in Thailand, nicht für Anti-Aging Medizin und teure Massagen. Sie arbeiten in Berufen, die härteste körperliche Arbeit erfordern und sehr schlecht bezahlt sind. Und in denen es die Arbeitgeber darauf anlegen, sie zu verschleißen. Sie kämpfen einen aussichtslosen Kampf gegen steigende Kosten und schlechtere Arbeitsbedingungen. Sie kommen oft nicht an die einfachste medizinische Versorgung, haben nicht das Geld für Bio-Gemüse und ausgewogene Ernährung und essen fettes, schweres Essen weil ein Salat nicht die nötige Energie für die harte Arbeit gibt. Sie schleppen sich oft krank und kaputt an ihren Arbeitsplatz weil sie Angst haben, ihn zu verlieren. Eine Frau, die eine zwölf Stunden Schicht in einer Küche oder einer Putzkolonne schiebt, um ihre Kinder zu Ernähren, hat am Ende des Tages nicht mehr die Kraft, Joggen zu gehen und etwas für sich zu tun. Sie greift zur Zigarette, weil diese in diesem Teufelskreis von Mangel, Härte und Angst die einzige Entspannung bietet.&lt;br /&gt;
Ich bin über meine Arbeit in der Gastronomie zum Rauchen gekommen. Die Meisten rauchen dort, weil eben diese Zustände herrschen. Ich habe wenig Geld. Damit passt das Stigma, oder?&lt;br /&gt;
Mein Onkel und meine Tante, beides Franzosen, sind an den Folgen starken Rauchens gestorben. Beide hatten Lungenkrebs. Während mein Onkel Glück hatte, und einen relativ leichten Tod wegen einer Metastase, die sich in seinem Gehirn gebildet hatte, ist meine Tante über Monate langsam und qualvoll erstickt. Kein Schmerzmittel kann da Erleichterung schaffen. Ein grauenhafter, schrecklicher Tod. Der Vater eines Freundes bekam die Folgen des Rauchens auf eine andere Art zu spüren. Er bekam einen Herzinfarkt, mit nur 38 Jahren, und hinterließ eine verzweifelte Familie mit zwei kleinen Kindern, die als Folge seines frühen Todes völlig verarmte. Die Liste lässt sich beliebig verlängern, oder kennt irgendwer niemanden, der an den Folgen von Alltagssüchten wie Nikotin oder Alkohol gestorben ist? Wer raucht, oder zu anderen Drogen greift, muss sich klar machen, dass die Folgen seines Tuns nicht nur andere Treffen, sondern auch ihn selbst. Ich spüre sie an dem Verlust meines Geruchsinns, an ständigen Nebenhöhleninfektionen, an Schwäche, an Schmerzen in meinen Lungen und an meinem Herzen. Im Moment wiegen die seelischen Schmerzen schwerer, außerdem fällt es mir schwer, mich an der Stelle meines zum Skelett abgemagerten, entstellten Onkels zu setzen, oder an die meiner um Luft ringenden Tante. Ich sehe mich nicht mit einer schnarrenden Stimmhilfe am Hals, die ich benutzen muss, weil man meinen Kehlkopf entfernt hat, oder mit fehlenden Zehen. Das nennt man wohl Verdrängung. Ich weiß aber, dass dies die Folgen sein können, und bei meinem Konsum wohl auch sein werden.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit ist, dass Alltagsdrogen, so angenehm ihre Wirkung sein mag, teuer sind und äußerst schädlich. Es ist also besser, sie zu meiden, und Entspannung auf eine andere Art zu suchen. Gerade was das Rauchen angeht ist die Devise: währet den Anfängen. Nikotinentzug ist schwierig, die Rückfallquote ungeheuer hoch. &lt;br /&gt;
Also mein Freund: Es fühlt sich gut an, aber von der Kosten  Nutzen Bilanz her steht das Haben eindeutig auf der Lass es Seite. Spar das Geld und gönn Dir ein Rockkonzert, eine Backpack Reise nach Wien, einen Besuch in einer wunderbaren Bildergalerie, eins dieser reizvollen Hardcover Bücher, die man sich nie leisten kann oder ein Fahrrad. Ich ziehe bald nach.</description>
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    <dc:date>2008-02-09T22:31:00Z</dc:date>
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    <title>Lebe wild und gefährlich?</title>
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    <description>Viele Menschen wünschen sich eine grundlegende Änderung ihres Lebens. Wünschen sich mehr Selbstbestimmung, mehr Freiheit, weniger Anpassung und Enge. Den konsequenten Schritt weiter zu gehen fällt ihnen aber oft schwer. Denn sie haben Angst vor der Veränderung und vor den Risiken, die eine Entscheidung mit sich bringt. So bleiben sie in ihrer Situation verhaftet, akzeptieren den ungeliebten Partner, den Job, der ihnen nicht gefällt oder Beziehungen mit anderen, die mehr Stress bescheren als etwas anderes. Damit stehen sie der eigenen Entwicklung im Weg. Denn wer kein Risiko eingeht, um entstandene Sicherheiten nicht aufzugeben, wird sich nicht weiterentwickeln können, und damit auf die Dauer auf Lebensfreude verzichten müssen. Zudem ist es so, das Leben ständig Veränderung bedeutet. Auch den größten Sicherheitsfanatiker holt sie irgendwann ein, und er wird sich Herausforderungen stellen müssen, ob es ihm passt oder nicht. Ist es da nicht besser, an Veränderungen zumindest mit einem Teil Selbstkontrolle heranzugehen? Schließlich gibt es nicht umsonst das Sprichwort: Den Mutigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dorthin.</description>
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    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jungfreud.twoday.net/topics/Psychologie&quot;&gt;Psychologie&lt;/a&gt;</dc:subject>
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